Aarke hat bereits bewiesen, dass ein Wasserkocher ein Designobjekt sein kann, das man sich zu Weihnachten wünscht. Jetzt nimmt das schwedische Unternehmen den Filterkaffee ins Visier. Die Frage ist, ob der Coffee Maker dasselbe schafft wie der Kettle – nämlich eine Kategorie neu zu definieren. Die Antwort: Ja. Eigentlich mehr als das.
Filterkaffee hat lange einen schweren Stand gehabt. Die Kategorie wurde jahrelang von Plastikgeräten mit blinkenden Displays und Timerfunktionen dominiert – aber selten mit echter Präzision beim Brühen. Aarke, das Stockholmer Designunternehmen, das mit seinen eleganten Wasserspendern und Kaffeemaschinen bekannt geworden ist, trat mit einem klaren Auftrag in diese Kategorie ein: Filterkaffee endlich richtig zu machen. Mit dem Coffee Maker – in unserer Testversion aus Edelstahl – liefern sie ein Ergebnis, dem man kaum etwas vorwerfen kann.
Der Preis liegt bei 350 Euro. Das ist eine Investierung. Aber wie beim Kettle handelt es sich um einen Kauf, den man einmal tätigt.
Design: Skulptur mit Funktion
Der Coffee Maker ist sofort als Aarke-Produkt erkennbar. Das Gehäuse aus SUS304-Edelstahl teilt die Designsprache mit Kettle und Carbonator – klare Linien, keine überflüssigen Texturen, eine Oberfläche, die das Licht einfängt ohne aufzufallen. Die Maße betragen 32,2 × 37 × 17 cm bei einem Gewicht von 3,7 Kilogramm – eine solide Präsenz auf der Küchenarbeitsplatte, ohne zu dominieren.
Das klare Design der Glaskanne lässt den Kaffee für sich selbst sprechen, und der beleuchtete Wassertank macht es einfach, den Füllstand einzuschätzen, ohne die Maschine kippen zu müssen. Das Kabel ist 110 cm lang mit einem 45-Grad-Ausgang und integrierter Kabelaufwicklung – ein Detail, das es ermöglicht, die Maschine in der Ecke oder an der Wand zu platzieren, ohne Kabelsalat.
Erhältlich auch in Mattschwarz und Sand für alle, die eine bestimmte Küchenästhetik anstreben.




Ein Knopf. Alles, was man braucht.
Das Bemerkenswerteste am Coffee Maker ist vielleicht, wie wenig er vom Nutzer verlangt. Ein einziger Knopf steuert die gesamte Maschine – und dennoch ist die Funktionstiefe beeindruckend.
Einmal drücken: Der Brühvorgang startet. Der Kaffee bleibt 40 Minuten warm, danach schaltet sich die Warmhalteplatte automatisch ab. Drei Sekunden halten: Der Bloom-Modus aktiviert sich, bei dem das Kaffeemehl vor dem eigentlichen Brühzyklus sanft vorgenässt wird – so können Luftblasen entweichen und eine tiefere Extraktion entsteht. Ideal für alle, die mit verschiedenen Röstungen experimentieren und Geschmacksunterschiede erkunden möchten. Sieben Sekunden halten: Das Entkalkungsprogramm startet. Das ist alles.
Keine App, keine Einstellungen, keine Einarbeitungszeit. Beeindruckend einfach und intuitiv.

Technik: ECBC-zertifizierte Präzision
Was den Coffee Maker von der Masse der Filterkaffeemaschinen unterscheidet, ist die verifizierte Brühpräzision. Die Maschine trägt das ECBC-Zertifikat (European Coffee Brewing Center), das bestätigt, dass sie den Golden Cup Brewing Standard erfüllt: Brühtemperatur, Kontaktzeit und Wasserverteilung liegen alle in dem Bereich, der eine optimale Extraktion gewährleistet.
Konkret bedeutet das, dass das Wasser während des gesamten Brühzyklus 92–96°C hält, unabhängig davon, wie viele Tassen gebrüht werden. Ein Wasserstandssensor liest den Tank ab und passt den Prozess automatisch an – die Temperatur stimmt immer, egal ob zwei oder zehn Tassen. Der runde Duschkopf ist so konstruiert, dass er das Wasser gleichmäßig über das Kaffeemehl verteilt und eine gleichmäßigere Extraktion liefert als punktuelle Ausgüsse.
Das Ergebnis in der Tasse ist spürbar. Der Kaffee ist runder, voller und ohne die Bitterkeit, die entsteht, wenn die Wassertemperatur zu hoch oder die Kontaktzeit zu lang ist. Wir haben mit drei verschiedenen Mahlungen getestet – einem hellen äthiopischen, einem mittleren brasilianischen und einer dunklen Espressomischung – und die Extraktion war bei allen konsistent präzise.
Eine volle Kanne – bis zu 10 Tassen oder 1,25 Liter – brüht in unter 6 Minuten. Das ist schnell für diese Kategorie.




Die smarte Warmhalteplatte
Eine häufige Ursache für bitteren Kaffee ist die Warmhaltung. Die meisten Kaffeemaschinen halten eine konstant hohe Temperatur unter der Platte, was den Kaffee nach und nach verbrennt und einen scharfen, metallischen Beigeschmack erzeugt. Aarke löst das anders.
Die Warmhalteplatte des Coffee Maker passt die Leistung dem Volumen in der Kanne an und reduziert sie sukzessive über die 40 Minuten – und schaltet sich vollständig ab, wenn die Glaskanne entfernt wird. Das Ergebnis: Der Kaffee bleibt warm und wohlschmeckend, anstatt in den bekannten „verbrannter Kaffeeautomat“-Geschmack überzugehen.
Wer die Warmhalteplatte komplett vermeiden möchte, kann die separat erhältliche Thermal Jug kaufen – eine Thermoskanne aus Edelstahl, die den Kaffee warm hält, ohne elektrische Wärme zu nutzen.
Austauschbarer Brühbehälter
Der Coffee Maker wird mit einer Glaskanne geliefert, aber das System ist auf einen austauschbaren Brühbehälter ausgelegt. Die Glaskanne eignet sich für die meisten Gelegenheiten, aber mit der separaten Thermoskanne kann die Maschine direkt in einen isolierten Behälter brühen – praktisch für späte Frühstücke, Besprechungsräume oder die Terrasse.
Der automatische Tropfenstopp am Boden des Filterkorbs verhindert, dass Kaffee auf die Platte läuft, wenn man die Kanne während des Brühens entfernt. Ein kleines Detail, das im Alltag einen großen Unterschied macht.
Reinigung und Pflege
Alle abnehmbaren Teile – Filterkorb, Deckel, Kanne – sind spülmaschinenfest. Der Wassertank lässt sich einfach lösen und reinigen. Das versteckte Heizelement, das in günstigeren Maschinen oft eine Brutstätte für Schmutz ist, ist hier zugänglich und leicht sauber zu halten.
Nach jeweils 60 Brühzyklen blinkt der LED-Indikator als Erinnerung zur Entkalkung. Das Entkalkungsprogramm startet durch sieben Sekunden Halten des Knopfes mit Entkalkungslösung im Tank. Einfach und eindeutig.
Das Ökosystem: Coffee Maker und Coffee Grinder
Der Coffee Maker funktioniert eigenständig, aber sein volles Potenzial entfaltet sich in Kombination mit dem Aarke Coffee Grinder. Das Mahlwerk ist so konzipiert, dass es automatisch die richtige Menge Bohnen basierend auf der Tassenanzahl mahlt – ein nahtloses System für alle, die die vollständige Kontrolle vom Korn bis zur Tasse wollen, ohne darüber nachdenken zu müssen.
Das ist die Art von vertikalem Ökosystemdenken, das nur wenige Marken in dieser Preisklasse hinbekommen, ohne aufgesetzt zu wirken. Mit dem Kettle auf der einen Seite, dem Coffee Maker auf der anderen und dem Carbonator Pro in der Ecke nimmt Aarkes Küchenvision eine Form an, die visuell wirklich zusammenpasst.
Was fehlt?
Eine Timer- oder Zeitplanfunktion gibt es nicht – man kann die Maschine nicht auf eine bestimmte Uhrzeit programmieren. Das ist eine bewusste Designentscheidung im Sinne von Aarkes Ein-Knopf-Philosophie, aber auch der meistgeäußerte Wunsch in dieser Kategorie.
Es gibt auch keine Möglichkeit, Brühstärke oder Kontaktzeit manuell zu justieren, abgesehen vom Bloom-Modus. Der Coffee Maker brüht so, wie er konstruiert ist – korrekt, jedes Mal – aber ohne den Experimentierraum, den fortgeschrittenere Maschinen bieten.
Mit 350 Euro positioniert sich der Coffee Maker im oberen Premiumsegment – und genau dort gehört er hin. Der Preis spiegelt die Materialqualität, die ECBC-zertifizierte Brühpräzision und ein Formgebungskonzept wider, das kein Mitbewerber in dieser Klasse erreicht. Wer bereits im Aarke-Ökosystem lebt, hat die Entscheidung längst getroffen. Aber auch als eigenständiger Kauf ist der Coffee Maker kaum zu widerlegen – es ist schlicht die schönste und durchdachteste Filterkaffeemaschine, die wir je getestet haben.

Filterkaffee, endlich ernst genommen
Der Aarke Coffee Maker tut genau das, was er verspricht – und dann noch etwas mehr. Er brüht außergewöhnlichen Kaffee mit einer Präzision, die die meisten Haushaltskaffeemaschinen nie auch nur anstreben, verpackt in einem Gehäuse, das aussieht, als hätte es nie anders aussehen sollen. Der Bloom-Modus ist eine echte Aufwertung der Morgenroutine. Die smarte Warmhalteplatte löst ein Problem, das die Kategorie seit ihrer Erfindung begleitet.
350 Euro ist ein ernsthafter Kauf. Aber es ist ein Kauf, den man einmal macht. Mit fünf Jahren Garantie und einem Design, das nicht altert, ist der Coffee Maker genau die Art Gerät, das mit den Jahren eher an Wert gewinnt. Wir sind aufrichtig begeistert – und er verlässt unsere Küchenarbeitsplatte nicht mehr.


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