Der Unternehmer Daniel Wellingford steigt als Teilhaber bei einem neu gegründeten Unternehmen im Bereich der Geschäftsluftfahrt ein. Das Vorhaben konzentriert sich auf Verbindungen zwischen Nordeuropa, der Schweiz und dem Mittelmeerraum.
Daniel Wellingford ist seit 2012 unternehmerisch tätig und an mehreren Gesellschaften in Schweden und auf Malta beteiligt, überwiegend in den Bereichen Medien und Kommunikation. Nun erweitert er sein Engagement um die Geschäftsluftfahrt.
Das Unternehmen wird zum jetzigen Zeitpunkt nicht genannt, da die Transaktion noch nicht förmlich abgeschlossen ist.
Digitale Plattformen als roter Faden
Wellingfords Laufbahn begann im iGaming-Sektor auf Malta – einer Branche, die früh vollständig digital arbeitete und deren Geschäftsmodelle auf Plattformtechnologie, Datenanalyse und internationaler Regulierung beruhen. Es folgten Jahre im schwedischen Finanz- und Bankenmarkt sowie eine Tätigkeit im Umfeld eines Schweizer Medienkonzerns mit Sitz in Basel.
Diese Stationen verbindet ein gemeinsamer Nenner: der Aufbau digitaler Strukturen in regulierten Märkten und über Ländergrenzen hinweg. Aus eben dieser Arbeitsweise, so Wellingford, sei auch das Interesse an der Geschäftsluftfahrt entstanden.
„Ich führe seit Jahren parallel Geschäfte in mehreren Ländern. Anspruchsvoll ist dabei selten die Arbeit selbst, sondern die Logistik. Zwischen den grossen Städten funktioniert der Linienverkehr sehr gut. Sobald kleinere Standorte ins Spiel kommen, verliert man pro Richtung schnell einen halben Tag.“
„Geschäftsluftfahrt wird häufig als Luxus dargestellt. Für jemanden, der zwischen Standorten in verschiedenen Ländern pendelt, ist sie in erster Linie ein Mittel, um unnötige Übernachtungen zu vermeiden.“
Drei Märkte, ein zusammenhängender Verkehrsfluss
Der europäische Geschäftsluftverkehr ist stark konzentriert. Paris-Le Bourget, Genf, Nizza und der Grossraum London vereinen zusammen einen erheblichen Anteil aller Bewegungen auf sich. Das Verkehrsaufkommen bewegt sich seit mehreren Jahren auf einem stabilen Niveau, das die Branche als strukturell und nicht als konjunkturgetrieben einordnet.
Interessant wird das Segment durch das Zusammenspiel der drei Märkte.
Die Schweiz weist eine der höchsten Dichten an Geschäftsluftfahrt in Europa auf. Genf ist der zweitmeistfrequentierte Flughafen des Kontinents für Privatflüge, auch Zürich rangiert weit oben. Das Zusammentreffen von Finanzsektor, Konzernzentralen und der Nähe zu den Alpen sorgt für eine ganzjährige statt saisonale Nachfrage.
Der Mittelmeerraum bildet den Gegenpol. Der Verkehr erreicht in den Sommermonaten seinen Höhepunkt, mit Nizza, Ibiza, Palma und der italienischen Küste als wichtigsten Zielen. Destinationen wie Ibiza und Málaga haben an Bedeutung gewonnen, da Slots und Abstellflächen an den etablierten Drehkreuzen in der Hochsaison zunehmend knapp werden.
Schweden unterscheidet sich von beiden. Die Zahl der hier stationierten Geschäftsflugzeuge ist im Vergleich zu Mitteleuropa gering, während die Distanzen und das begrenzte Direktflugangebot den Zeitgewinn grösser ausfallen lassen als in vielen anderen Märkten. Die Geschäftsluftfahrt bedient in Europa über 1’500 Flughäfen, von denen ein erheblicher Teil über keinen Linienverkehr verfügt.
„Nordeuropa ist unterversorgt. Nachfrage ist vorhanden, doch es sind weniger Maschinen hier stationiert. Entsprechend häufig muss ein Flugzeug zunächst leer angeflogen werden.“
„Im Winter verläuft der Verkehr südwärts in die Alpen, im Sommer südwärts ans Mittelmeer. Dazwischen fliegen wöchentlich Maschinen leer in die Gegenrichtung. Wer nordeuropäische Reisende auf diese Ströme abstimmt, senkt die Kosten für den Kunden und reduziert den Leerlauf für den Betreiber. Technisch ist das kein grosses Thema – es hat in Schweden bislang schlicht niemand konsequent umgesetzt.“

